Wir sind Shareconomy.

Wir sind unterwegs auf geliehenen Fahrrädern, kutschieren unbekannte Leute, die wir via Mitfahrbörsen kennengelernt haben, in Mietwagen durch die Gegend. Wir sind ständig unterwegs. Von Köln nach Berlin, nach Hannover und München. Und weil wir uns nicht überall eine Wohnung leisten können, suchen wir ein Zimmer oder eine Couch – bei Portalen, die sich darauf spezialisiert haben, die Shareconomy-Gesellschaft glücklich zu machen.

Eigentlich ist diese Shareconomy eine ziemlich coole Erfindung, auch wenn es sie im Grunde schon immer gab. Man musste dem Kind nur einen Namen geben. Hat man getan. Und ja, auch wenn man früher schon gerne geteilt hat, gerne Dinge verliehen und ausgeliehen hat, so hat es heute doch einen anderen Stellenwert. Zumindest erscheint es mir so. War ich vor ein paar Jahren noch happy, mir ein Auto “auf Pump” zu leisten, würde ich heute die Karre am liebsten an den Nächstbesten verkaufen. Was nicht so einfach ist, denn Geld ausgeben ist nicht beliebter geworden. So steht das Auto da, sammelt Tickets der Polizei und frisst ein kleines Loch in meine Sparbüchse. Dabei könnte ich ein Auto leihen, Carsharing. Da bin ich angemeldet. Oder ganz unkonventionell die Bahn nehmen. Ein Ticket für die Berliner Verkehrsbetriebe hab ich nämlich auch. Das Auto bleibt aber vor der Tür, weil man weiß ja nie. Und Eigentumswohnung? I wo. Weiß ich denn jetzt, wo ich mit 50 leben möchte werde? Ich weiß ja nicht mal, wo ich nächstes Jahr sein werde. Auch so ein modernes Ding, Unabhängigkeit. Nee, stattdessen wohne ich in einer Wohngemeinschaft – mit knuffigen 31 Jahren. Das hätte es früher nicht gegeben, oder es hätte Kommune geheißen. Aber das ist eine andere Geschichte.

Besser Leihen. Lifethek.de

Besser Leihen. Lifethek.de

Heute leihe ich lieber, oder teile. Wobei leihen im Vordergrund steht. Und damit stehe ich auch gar nicht so alleine dar. Letztens war ich in Hamburg und da gibt es eine Firma: lifethek.de – die Erfüllen so etwa jeden Wunsch der Shareconomies. Angefangen vom Fahrrad, über Grill und Zelt, bis hin zum Laubsauger.

Lifethek habe ich ausprobiert und für gut befunden. Ich wollte ein Fahrrad, von Freitag bis Montag und siehe da, es gibt ein Weekend-Tarif, wo das Ganze gerade mal 25€ kostet. Und es ist ein verdammt stylishes Rad. Licht und Schloss sind inklusive und so konnte ich Hamburg – im Regen – mit dem Rad erkunden. Es hat sich gelohnt.

Und wo das Alles hinführen wird? Gute Frage. Carsharing, Parkplatzsharing, Wohnungssharing, Freundesharing? Gar nicht mal so abwägig.